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Arbeitsmarkt & Arbeitsrecht

Der Arbeitsvertrag ist das A und O

Der Arbeitsvertrag ist auf dem Arbeitsmarkt in Hongkong im Vergleich zu den gesetzlichen Regelungen viel wichtiger. Er regelt nicht nur Arbeitszeit, Arbeitsort, Arbeitsentlohnung des Arbeitnehmers, sondern auch Kündigungsfristen, Datenschutz, eventuelle Sozialleistungen wie medizinische Absicherung, MPF - Mandatory Provident Fund - für die Rentenbildung und andere Dinge. Alles, was nicht im Arbeitsvertrag steht, ist auch nicht geregelt.

Der Arbeitsvertrag ist bindend und das Wichtigste, was Arbeitnehmer in der Hand haben. Bei Arbeitnehmern aus dem Ausland hat im Normalfall die Firma die absolute Kontrolle, da die Firma das Arbeitsvisum des Arbeitnehmers jederzeit löschen kann. Gewerkschaften gibt es auf dem Arbeitsmarkt in Hongkong nicht. Es gibt auch keine innerbetrieblichen Zusammenschlüsse oder Organe, die die Arbeitsbedingungen überwachen. Verbände existieren zwar für jeden Wirtschaftszweig, aber sie beschäftigen sich ausschließlich mit sich selbst und mit der Wirtschaft, nicht mit den Problemen der Arbeitnehmer in Mitgliedsunternehmen. Da Hongkongs Arbeits- und Sozialrecht sehr einfach und übersichtlich ist, besteht kein Bedarf für andere Organisationsformen.

Schwache Arbeitnehmerrechte

Sollte sich ein Arbeitnehmer trotz aller Widrigkeiten trauen, für Arbeitnehmerrechte einzutreten, die Stimme zu erheben oder sogar eine Organisation zu gründen, wird er in der Regel schnell arbeitslos und wird auf dem Arbeitsmarkt in Hongkong auch nicht so schnell wieder eine Arbeit finden. In Hongkong existiert eine Art ungeschriebene schwarze Liste der Personalabteilungen großer Firmen. Wenn sich ein Arbeitnehmer etwas zu Schulden hat kommen lassen, wird die Arbeitssuche sehr schwierig für ihn. Vielleicht wird es in Hongkong erst dann Organisationen fürs Arbeitsrecht geben, wenn das Arbeitsrecht ausgefeilter wird und die Arbeitslosigkeit bei 20% liegt. Da dies aber wohlmöglich nie der Fall sein wird, können die Angestellten und Arbeiter auf Gewerkschaften und andere arbeitnehmerfreundliche Organisationen wohl noch sehr lange warten.

Arbeits- und Umweltethik

Arbeitsethik im eigentlichen Sinne gibt es in Hongkong nicht: egal, ob das auf die Rechte von Arbeitsnehmern, auf die Umwelt oder auf sonstige Gebiete bezogen ist. Das Wort Ethik enthält einen gewissen Werteinhalt und eine Vorstellung von Moral. Die Moral und die Werte, die man in Hongkongs Arbeitswelt  kennen lernt, haben größtenteils mit Geld zu tun. Der Mensch und die Natur spielen nur eine untergeordnete Rolle. Für Arbeitnehmer gibt es dennoch ein wenig Hoffnung: Man versucht neuerdings zumindest in einigen Firmen, die Überstunden zu begrenzen. Bis vor wenigen Jahren wurde in Hongkong auch am Samstag halbtags gearbeitet. Nun kehren viele Unternehmen von dieser Regelung ab. Zudem versuchen auch mehr und mehr Unternehmen, eine Art „Familie", also eine stärke Bindung der Arbeitnehmer zum Unternehmen aufzubauen: beispielsweise durch Betriebsausflüge nach Macao, gemeinsame Sportfeste oder Spiele, an denen auch die Familien der Arbeitnehmer teilnehmen können.

Umweltethik scheint mittlerweile ebenfalls eine gewisse Rolle in Hongkong zu spielen. In den Unternehmen wird beispielsweise nicht mehr so viel Papier vernichtet. Strom wird gespart oder die Abteilungen steigen verstärkt vom Drucker auf den Scanner um und versuchen so, ein papierloses Büro aufzubauen.

Schwarzarbeit auf Hongkongs Arbeitsmarkt

Schwarzarbeit ist in Hongkong genauso wie in Deutschland verbreitet. Obwohl keine Steuern anfallen, sind die offiziellen Löhne sehr hoch. Am häufigsten findet man Schwarzarbeiter auf den zahlreichen Baustellen. Hier werden oftmals illegale Einwanderer, zumeist aus China, beschäftigt. Auch die so genannten Maids haben oftmals neben ihrer eigentlichen Vollzeitbeschäftigung noch eine oder mehrere Teilzeitbeschäftigungen: meistens ebenfalls als Haushaltshilfe bei anderen Familien. Schließlich ist der Markt für Schwarzarbeit auch im Handwerk sehr groß. Handwerker bekommt man auf dem Arbeitsmarkt in Hongkong zwar einfach und schnell, aber die Qualität ist entscheidend. Gute Handwerker sind daher immer gefragt und werden über Mundpropaganda weiterempfohlen. Sie arbeiten oft nach der offiziellen Arbeit noch schwarz bis tief in die Nacht hinein oder am Wochenende. Werden sie erwischt, so müssen sie mit Strafen rechnen. Aber auch drakonische Strafen der Regierung nutzen nicht viel gegen die weit verbreitete Schwarzarbeit in Hongkong.





Arbeitsmarkt & Arbeitsrecht weltweit:

Thailand
Mittlerweile stehen in Thailand mehr als die Hälfte der Menschen in einem Arbeitsverhältnis. Erschreckend ist aber, dass dazu etwa 1 Million Kinder bis zum Alter von 15 Jahren gehören.Es ist natürlich übertrieben, wenn man behauptet, es gäbe in Thailand so gut wie kaum gut ausgebildete Mitarbeiter. In allen Sparten der Gesellschaft müssen junge Leute für ihre Tätigkeiten von den momentanen...

Irland
Die Arbeitsmarktlage für hoch qualifizierte Kräfte ist in Irland relativ gut. Der Arbeitsmarkt selbst ist innovativ, modern und wenig reglementiert. Einen besonderen Stellenwert nimmt die IT-Branche auf der Grünen Insel ein. Ein großer Teil der international erfolgreichsten Computerfirmen haben Niederlassungen in Irland. Hinzu kommen hunderte von heimischen IT-Firmen. In Europa ist Irland...

Tschechien
Die Wirtschaftskrise macht auch vor Tschechien nicht halt. Trotzdem werden immer noch Maschinenbauingenieure, Metallfacharbeiter, Schlosser und Elektromechaniker gesucht. Mittlerweile sind Unternehmen, die sich in Tschechien ansiedeln und Arbeitsplätze schaffen, willkommen. Allerdings sollten sie ein paar Kenntnisse zum tschechischen Arbeitsrecht mitbringen.Wie in vielen Ländern auch, zeigen...

Ungarn
Nicht nur in Budapest werden Sie im Vergleich zu Deutschland auffallend viele freiberufliche Immobilienmakler und Buchverkaufsstände an den Straßen sowie allerorten viel mehr Bedienungs-, Service- und Wachpersonal entdecken. Noch gibt es in Ungarn den Service-Tankwart, der in Deutschland schon längst undbdquowegrationalisiert wurde.Aber der Kostendruck für die Unternehmen wächst. Die...

Norwegen
Der Arbeitsmarkt in Norwegen boomt und ist von Fachkräftemangel bestimmt. Im Jahr 2006 konnte Norwegen nur 2.000 hoch qualifizierte Arbeitnehmer aus dem Ausland einstellen - dabei lag schon damals die Quote bei 5.000. Ab 2008 wurden daher die Voraussetzungen der Arbeitsaufnahme für Facharbeiter noch einmal deutlich verbessert.Die Arbeitszeiten in Norwegen werden insgesamt viel stärker...

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